Sexueller Missbrauch eines Kindes, das es gar nicht gibt

von Mirko Laudon

Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist in § 176 StGB unter Strafe gestellt. Tatbestandsmerkmal ist eine Person unter vierzehn Jahren (also ein Kind). Kürzlich hatte Dr. Jesko Baumhöfener auf die zunächst nicht gerade offensichtliche Besonderheit hingewiesen, dass ein sexueller Missbrauch auch an einem Kind möglich ist, das es gar nicht gibt.

Hintergrund: Die späteren Angeklagten, ein Mann und eine Frau trafen sich mehrfach, um zuvor im Internet abgesprochene sexuelle Rollenspiele auszuleben, beide hatten Gefallen an sadomasochistischen Praktiken. Der Angeklagte bekundete Interesse an einer Einbeziehung von Säuglingen in die sexuellen Handlungen, weil er deren Saugreflex für orale Penetration ausnutzen wollte. Daraufhin spiegelte die Angeklagte vor, Mutter eines 10 Monate alten Säuglings mit dem Namen N. zu sein und bot ihm mehrfach an, ihr (nicht existierendes) Kind für sexuelle Kontakte zur Verfügung zu stellen. Zur Untermauerung ihrer Angebote übersandte sie dem Angeklagten Fotos unbekannter Kinder und behauptete, dass es sich um Bilder ihres Sohnes handeln würde. Dabei war sie sich bewusst, dass der Angeklagte ihre Angebote ernst nahm. Durch ihr Verhalten wollte sie den Angeklagten an sich binden, um die Beziehung zu ihm fortsetzen zu können ...

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