Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Zum Themenabend der ARD

von Liz Collet

Die heutige “Plusminus”-Sendung widmet sich als Teil des Themenabends “Gleichberechtigung” und mit zwei Beiträgen der Frage, inwieweit Deutschland und Europa es in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bis heute geschafft haben, Frauen und Männer gleichwertig zu behandeln.

Meine Grosseltern wurden geboren, bevor die Weimarer Republik das langersehnte Wahlrecht für Frauen gebracht hatte. Meine Grosseltern väterlicherseits Jahrgang 1913. Meine Grosseltern mütterlicherseits Jahrgang 1911 beim Grossvater Collet und 1917 meine Grossmutter. Wenn ich ihren Lebenslauf, die Art, wie sie Rollen in der Familie, Arbeit und ihrem Leben in der Gesellschaft, in der ihre Zeit lag, lebten, finden sich ungeachtet klassischer Lebensumstände bei allen sehr moderne Denkweisen und Lebenslinien. Und allen vier gemeinsam danke ich, dass sie Bildung für Mädels ebenso wichtig wie für Buben jedenfalls bei den Enkeln, teils auch bei den eigenen Kindern erkennbar fanden und förderten, wo sie es konnten. So war es bei meiner Münchner Grossmutter nicht der ältere Bruder gewesen, der eine “bessere Schule” besuchte, sondern ihre Schwester. Die zum Stolz der ganzen Familie die damals renommierten Riemerschmid-Schule, eine 1862 in München für Mädchen gegründete Wirtschaftsschule, besuchen durfte, die Leistungen dafür auch mitbrachte. Sie war bei ihrer Gründung als private Institution durch den Likörfabrikanten Anton Riemerschmid und seinen Prokuristen Matthias Reischle 1862 die erste Handelsschule für Mädchen in Deutschland. Seit 1898 ist sie in städtischer Hand. Meine Grossmutter arbeitete als Verkäuferin in einem Lebensmittelladen in München und schilderte oft, wie es sie bedrückte, wenn sie Familien mit Kindern erlebte, die zu wenig zum Leben und für Kinder und deren Schulbildung hatten. Und wie oft Frauen allein vom Ehemann und dessen Arbeit abhängig waren ...

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