Wir filmen Sie hier doch nur, oooohne Ton {Ihre Arbeitsagentur, PS: Bitte lächeln!}

von Liz Collet

Aus Sicherheitsgründen müsse man da eine Kamera haben. Auch wenn noch nix vorkam. Aber man weiss ja nie. Schliesslich rasten ja manche aus, die keine Arbeit haben und bekommen. Sondern nur regelmässig kommen müssen. Zum Jobcenter, par exemple.

Ein datenschutzrechtliches Problem? Iwoooo, nie nicht. Wenn man doch nur filme, ganz ohne Ton. Schliesslich machen das doch alle. Viele mindestens. Dann muss das ja ok sein.

Klar, wenn andere klauen und Scheidung auf die strafrechtliche Art praktizieren, können Sie das ja auch, oder? Ach nicht!? Ach was?!

Nun……..vielleicht sollte man nicht einfach nur Mitarbeiter mal bissl besser schulen, wie man mit den Kunden umgeht, denen man schon keine Jobs vermitteln kann, sondern nur, dass sie und was sie alles müssen und hinnehmen müssen, damit sie ihren Pflichten gegenbüber Jobcentern und für Leistungsbezug nachkommen. Ohne Sanktionsfolgen. Dann muss man vielleicht auch – zumindest im Regelfall des Normalbürgers – keinen Schiss haben und jeden zu potentiellen Kriminellen und Gewalttätern stempeln, der seine Persönlichkeitsrechte an der Tür zum Jobcenter abgeben muss.

Was würde man eigentlich machen, wenn Sie unter Hinweis auf Ihr Persönlichkeitsrecht und die Kameras verweigern, zu Terminen im Jobcenter zu erscheinen und nur noch telefonisch oder brieflich Ihre Pflichten diesem gegenüber zu erfüllen, bis keine Kamera Sie dort mehr filmt? (Sie dürfen raten. Mehr als einmal müssen Sie kaum raten, stimmt’s??)

Nein, nein, nicht jeder Jobsuchende sei kriminell. Oder gewalttätigen Verhaltens von Haus aus verdächtig. Aber mein weiss ja nie.

Also Spot an, Kamera läuft. Nur damit Jobcentermitarbeiter sich DORT noch sicher fühlen ...

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