Elvis lebt: Nachts beim BND!

von Holger Schmidt

Elvis lebt: Beim BND (Foto: Martin Schlüter)

Wenn beim Bundesnachrichtendienst (BND) etwas streng verboten ist, dann privat zu fotografieren. Ob Mitarbeiter, Gebäude, Dokumente oder Ausrüstung: Bei einem Geheimdienst ist prinzipiell alles geheim, selbst die Speisepläne der Kantine seien Verschlusssache, wird gerne kolportiert. Umso erstaunlicher, dass der BND den Fotografen Martin Schlüter eingeladen hat, sich auf der „Liegenschaft“ in Pullach umzusehen und die Gebäude zu dokumentieren. Einzige Bedingung: Es durften keine Menschen und Fahrzeuge auf den Bildern zu sehen sein. Was steckt hinter der Einladung, wird sich Martin Schlüter gefragt haben? Er konterte Angebot und Vorgaben des BND auf eine interessante Weise: Er fotografierte nur bei Nacht – entstanden sind faszinierende Aufnahmen.

Einige Bilder finden sich unten in der Galerie. Sie zeigen eine Kosmos, der aus einer fast vergessenen Zeit zu stammen scheint: Die Ästhetik früher James-Bond-Filme kommt einem in den Sinn – und gleichzeitig mutet es seltsam an, dass diese große “Liegenschaft” (wie es im Amtsdeutsch heißt) mitten in Deutschland vor den Toren Münchens real existiert.

Kleine Einblicke in diese Welt habe ich in den vergangenen Jahren selbst bekommen: Eine mehrspurige Einfahrt, mit der Anmutung zwischen französischer Mautstelle und ehemaliger Zonengrenze, Verwaltungsgebäude auf einem Gelände, das von Wald umschlungen scheint, eine Präsidentenvilla mit holzgetäfelten Wänden, an denen Portraits von Bismarck und Friedrich dem Großen hängen, als befände man sich mitten in Berlin, all das setzt Martin Schlüter eindrucksvoll um. Und auch wenn keine Personen zu sehen sind: bei vielen Bildern hat man den Eindruck, als lauere etwas im Dunkel der Nacht ...

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