Rezension Zivilrecht: Zivilprozessrecht

von Dr. Benjamin Krenberger

Adolphsen, Zivilprozessrecht, 4. Auflage, Nomos 2014


Von stud. iur. Andreas Seidel, Göttingen



Das Verfahrensrecht und somit auch das Zivilprozessrecht stellt innerhalb der Studienordnung einen Stolperstein dar, der vielfach nicht oder nicht hinreichend beachtet wird. Viel zu oft wird die Zivilprozessordnung übergangen, links liegen gelassen oder mit der Bemerkung „nicht examensrelevant“ abgenickt. Gleichsam stellt § 5a II BRiG ausdrücklich fest, dass das zivile Verfahrensrecht Teil des Prüfungsumfangs zum ersten juristischen Staatsexamen ist. Dies scheint nun endlich in allen Bundesländern angekommen zu sein. Mittlerweile finden sich in allen 16 Bundesländern Examensaufgaben, die die Zuhilfenahme der ZPO nötig werden lassen. Zumindest Grundkenntnisse, immer häufiger aber auch detaillierte Kenntnisse über klassische Probleme werden geprüft und bereiten den meisten Kopfzerbrechen.


Adolphsen will mit seinem Lehrbuch ein Konzept anbieten, um dieses Kopfzerbrechen zu lindern. Dabei fällt zuerst auf, dass sein Lehrbuch im Gegensatz zu anderen Werken wie etwa von Musielak einen eher bescheidenen Umfang hat. Dies stellt jedoch für sich alleine noch kein Grund zum Erstaunen dar. Beispielsweise könnte eine gedrungene Schrift, wie sie auch im BGB -Kommentars Palandt verwendet wird, zu einem solchen Effekt führen. Bei näherem Hinsehen bemerkt man dann aber die Bemerkung in § 1 Rn. 2, in der der Autor explizit zur Vertiefung auf das Lehrbuch von Rosenberg/Schwab/Gottwald, Zivilprozessrecht und auf den ZPO-Kommentar Thomas/Putzo verweist. Es schleicht sich somit der Verdacht ein, die gegebenen Darstellungen seien nicht vollständig. Dem ist aber nicht so.


Beim Lesen der einführenden Kapitel stellt man dann eine weitere Besonderheit fest ...

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