Bis zur letzten Minute

von Tommy Kujus

Mein Mandant war angeklagt, bei Ebay ca. 10 Personen betrogen zu haben. Die Tathandlung war – nach Ansicht der Staatsanwaltschaft – denkbar einfach: Er soll Spielkonsolen verkauft, diese nach Geldeingang aber nicht verschickt haben. Ein klassischer Betrug also. Tatsächlich war mein Mandant aber gar nicht der Täter. Vielmehr war er selbst das Opfer einer Betrugsstraftat geworden.
Auf einem bekannten Chat-Portal wurde mein Mandant von einer jungen Frau angeschrieben. Bereits nach kurzer Zeit klagte diese, sie sitze im Ausland fest, und benötige dringend Geld für ein Flugticket nach Deutschland. Glücklicherweise hätte sie bei Freunden noch offene Forderungen, die ihr das Geld überweisen würden – sie bräuchte daher nur eine funktionierende Kontoverbindung und eine vertrauensvolle Person, die das Geld an sie überweist. Mein noch jugendlicher Mandant erkannte diesen Betrug nicht, und händigte – im Glauben daran, etwas Gutes zu tun – seine Kontodaten aus ...

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