Auch unentgeltliche Nachbarschaftshilfe kann zur Haftung führen.

von Hannes Burkert

Wer es auf Bitten eines Nachbarn übernimmt, die Montage einer Außenbeleuchtung und deren Verkabelung zu übernehmen, kann nicht ohne weiteres davon ausgehen, alleine wegen der Unentgeltlichkeit der Gefälligkeit von der Haftung befreit zu sein, sollte es wegen fehlerhafter Arbeiten zu Personenschäden kommen.
Löst eine derartige unentgeltliche Nachbarschaftshilfe Haftungsansprüche aus, kann sich die Haftung auch auf Schäden Dritter erstrecken, die für den Helfer erkennbar mit der Lampe in Berührung kommen sollten.

Darauf hat der 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz mit Urteil vom 02.04.2014 – 5 U 311/12 – hingewiesen.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall war der Kläger - Mitarbeiter eines mit der Durchführung von Fassadenarbeiten beauftragten Unternehmens - bei der Durchführung der Arbeiten gegen das stromführende Gehäuse einer Außenlampe im Eingangsbereich des eingerüsteten Anwesens gestoßen. Infolge des Stromschlags erlitt er einen hypoxischen Hirnschaden. Er ist seitdem zu 100 % behindert und umfassend pflegebedürftig.
Die Außenlampe war von einem Nachbarn unentgeltlich auf Bitte der im Haus wohnenden Vermieterin des Anwesens installiert worden.
Von dem Nachbarschaftshelfer verlangte der Kläger u. a. mindestens 600.000 € Schmerzensgeld.

Der 5. Zivilsenat des OLG Koblenz hat in seinem Urteil die Verpflichtung des beklagten Nachbarschaftshelfers zum Ersatz der geltend gemachten Zahlungsansprüche dem Grunde nach festgestellt und die Sache zur Verhandlung über die Höhe der Ansprüche an das Landgericht zurückverwiesen ...

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