Altpapierentsorgung in der Anwaltskanzlei

von Harold Treysse

Gestern brachte ich wieder einmal den Papiermüll zu dem dafür vorgesehenen Container. Ich öffnete den Deckel des Containers und was war zu sehen? Mir stach sofort eine nicht geöffnete Wahlbenachrichtigung für die bevorstehende Europawahl ins Auge. Schön mit Vorname, Name und voller Anschrift. Aha, jetzt wusste ich also, wer nicht wählen gehen würde.
Nicht dass Sie jetzt denken, ich würde Papiercontainer durchwühlen. Nein, auch die darin liegenden Kartonagen mit voller Anschrift eines Empfängers gaben Aufschluss über das bevorzugte Versandhaus.
Interessant diese Erkenntnisse, die ohne die Mittel der NSA nur durch das Öffnen eines Müllcontainers gewonnen werden konnten.
Da stellt sich mir gleich die Frage, was ich wohl finden würde, wenn ich mir einmal die Papiercontainer einer Gewerbeeinheit ansehen würde. Habe ich natürlich nicht gemacht, aber ich wette mit Ihnen, dass auch dort interessante Informationen zu finden sein würden.

Wie halten Sie das eigentlich in Ihrer Anwaltskanzlei mit der Entsorgung des Altpapiers und hiermit meine ich nicht die alten Zeitschriften, sondern das in der Kanzlei gefertigte Schriftgut, was nicht versenden wurde, sondern in dem Papierkorb endete? Wohin schafft Ihre Putzfrau dieses Papier? Wird dieses Papier bei Ihnen geschreddert, bei einem Fremdunternehmen geschreddert oder gelangt es unbehandelt in den Papiercontainer?

Stellen wir uns doch einmal die Frage, wie zumindest mit mandatsbezogenen Papieren umzugehen ist, die zu vernichten sind. Ich gehe hier nicht auf das Outsourcing von Papiervernichtung ein, welches eh mit erheblichen Problemen für die Anwaltsschaft behaftet ist, sondern auf die sogenannte “Eigenentsorgung” durch eigenes Personal vor Ort.

Art des Datenträgers

Unzweifelhaft handelt es sich bei dem Papier um einen Datenträger ...

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