Petzen kann teuer werden

von Philip Stühler Walter


Ein Arbeitgeber hatte einen Personaldienstleister beauftragt, eine geeignete Person für die Besetzung einer Stelle als technischer Verkäufer zu finden. Der beauftragte Personaldienstleister leitete sodann die Bewerbung einer Frau an den Arbeitgeber weiter, welcher dem Personaldienstleister mitteilte, man wolle keine Frau einstellen. Nach Beendigung des Auftrags war der Personaldienstleister allerdings so empört über das Verhalten des Arbeitgebers, dass er der betreffenden potentiellen Arbeitnehmerin mitteilte, dass diese lediglich deswegen nicht in Betracht gezogen worden sei, weil sie eine Frau ist und sie solle doch einen Rechtsanwalt aufsuchen, um Schadensersatzansprüche aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geltend machen. Diesem Rat folgte die Bewerberin auch prompt und man einigte sich im Arbeitsgericht vergleichsweise auf einen Entschädigungsbetrag in Höhe von 8.500,00 EUR.


Über diese Indiskretion war wiederum der Arbeitgeber derart empört, dass dieser den Personaldienstleister auf Schadenersatz verklagte, welcher einschließlich der Verfahrenskosten auf 11.500,00 EUR beziffert wurde. Schließlich habe die Bewerberin einzig und allein aufgrund der Tatsache, dass ihr der Umstand der Ablehnung als Frau durch den Personaldienstleister mitgeteilt wurde, überhaupt erst Klage erhoben.


Erstinstanzlich wurde die Klage des Arbeitgebers gegen den Personaldienstleister noch abgewiesen, das OLG Frankfurt am Main allerdings sprach dem Arbeitgeber dann zumindest 1/3 seines Schadens zu (Urteil vom 08.05.2014 - 16 U 175/13). Zur Begründung führte es aus, der Personaldienstleister sei aufgrund des Vertragsverhältnisses zur Verschwiegenheit verpflichtet gewesen. Dies gelte insbesondere deswegen, weil er zuvor mit seiner besonderen Diskretion geworben hatte ...

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