Sind die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg am 25. Mai 2014 anfechtbar?

Am 25. Mai 2014 finden neben den Europawahlen in Baden-Württemberg auch Kommunalwahlen statt.
Laut einem Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg haben zwei Rechtsanwälte bereits angekündigt das Wahlergebnis anzufechten.

Der Landtag von Baden-Württemberg hat im April 2013 den § 12, I der Gemeindeordnung geändert. Er lautet nun:
Bürger der Gemeinde ist, wer Deutscher im Sinne von Artikel 116 des Grundgesetzes ist oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzt (Unionsbürger), das 16. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens drei Monaten in der Gemeinde wohnt.
An die Bürgereigenschaft ist in Baden-Württemberg das Kommunalwahlrecht gebunden, § 14,I GO BW lautet:

Die Bürger sind im Rahmen der Gesetze zu den Gemeindewahlen wahlberechtigt und haben das Stimmrecht in sonstigen Gemeindeangelegenheiten.

Nach Auffassung der beiden Kollegen verstößt § 12 GO BW gegen Art. 26,I der Landesverfassung BW, darin heißt es:

Wahl- und stimmberechtigt ist jeder Deutsche, der im Lande wohnt oder sich sonst gewöhnlich aufhält und am Tage der Wahl oder Abstimmung das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Diese Regelung definiere abschließend den Begriff des Wahlvolkes und gelte für alle dem Landesrecht unterfallenden Wahlen und Abstimmungen. Eine Herabsetzung des Wahlalters hätte demnach eine Verfassungsänderung vorausgesetzt.

Dem gegenüber ist das Innenministerium der Auffassung, dass über die Verweisungskette der Art. 26, VIII LV BW, 72, III LV BW der einfache Gesetzgeber dazu berechtigt war das Wahlalter auf 16 Jahre herabzusetzen.

Der vollständige Wortlaut sei hier wiedergegeben:
Art. 26, VIII
Für Wahlen und Abstimmungen in Gemeinden und Kreisen gilt Artikel 72
Art ...
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