Arzt in Gemeinschaftspraxis ist gewerbesteuerpflichtig, wenn er kein Risiko traegt: FG Dssldrf ...

von Philip Christmann

Im vorliegenden Fall nahmen zwei Ärzte eine Kollegin in ihre Gemeinschaftspraxis auf. Sie vereinbarten vertraglich, dass sich jeder Arzt selbst versichert. Die neue Kollegin wurde zunächst nicht an der Praxis beteiligt. Sie erhielt aber die Option, zu einem späteren Zeitpunkt Anteile zu erwerben. Davon machte sie aber keinen Gebrauch. Die Geschäftsführung oblag allen gemeinschaftlich. Die Einkünfte der Ärztin waren von ihrem Umsatz unabhängig.

Bei einer Betriebsprüfung wurde festgestellt, dass die Ärztin nicht an den wirtschaftlichen Risiken der Gemeinschaftspraxis beteiligt ist, sondern die anderen beiden Ärzte alleinige Gesellschafter sind. Damit galten aber alle Umsätze, die nicht auf der Tätigkeit der zwei Ärzte beruhten, als gewerbliche Einkünfte. Das Finanzamt verlangte daher Gewerbesteuer.

Das Finanzgericht Düsseldorf gab dem Finanzamt Recht. Ein Gesellschafter einer Gemeinschaftspraxis gilt nur dann steuerlich als Mitunternehmer, wenn er am Gewinn- und Verlustrisiko beteiligt ist. Dies war vorliegend nicht der Fall. Damit sind die Einkünfte der Ärztin gewerbesteuerpflichtig.

Die Umsätze der Gemeinschaftspraxis können nach Ansicht der Finanzrichter nicht insgesamt als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit behandelt werden. Die Ärztin sei zwar “zivilrechtliche Gesellschafterin nicht aber steuerrechtliche Mitunternehmerin” ...

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