OLG Karlsruhe: Der verschollene "Boudin"

Ein echter Boudin ist viel wert. Daher ist es umso ärgerlicher, wenn nach dem Kauf Zweifel an der Echtheit des Bildes bestehen. Mit solch einem Fall hat sich das OLG Karlsruhe beschäftigt. Sachverhalt:

Der Kläger erwarb von dem Beklagten ein Gemälde, welches dieser als Original bezeichnete, wobei das Bild jedoch die Signatur des Urhebers nicht auswies. Gestützt hat sich der Beklagte dabei auf ein handgeschriebenes Schriftstück des "E. Generaldirektors der Staatlichen Museen in Berlin Geheimrat Prof. Dr. H. Z." von Dezember 1961, der dieses Bild als von Boudin gemalt eingeordnet hat.

Diese Expertise wurde im Vertrag festgehalten. Der Kläger bestritt nun die Echtheit des Werkes, da der anerkannte Experte Manuel Schmidt dieses Bild nicht für original halte. Der Beklagte habe zudem angesichts des Umstands, dass er das Werk selbst etwa ein halbes Jahr vor dem Verkauf für 5.500 EUR zuzüglich Aufgeld (nur) "als Boudin zugeschrieben" erworben habe, gewusst, dass das Bild nicht echt sei. Der Kläger macht nun Schadensersatz in Höhe von 106.000 Euro geltend.

Das Landgericht hat dem Kläger einen Anspruch in Höhe von 26.000 (Kaufpreis) Zug um Zug gegen Übergabe und Übereignung an den Verkäufer zugebilligt und die Klage ansonsten abgewiesen.

Entscheidung:

Das OLG wies die Berufung des Klägers zurück und gab der Berufung des Beklagten statt. Der Kläger könne die Unechtheit des Bildes nicht beweisen. Auch der vom Gericht beauftragte Sachverständige ginge von einem Bild aus, welches von Boudin selbst gemalt wurde ...

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