Urheberschutz für wiederkehrendes Bildmotiv?

Das Landgericht Köln hatte zu entscheiden, ob ein Fotograf für Bilder mit dem wiederkehrenden Motiv einer roten Couch in verschiedenen Umgebungen aus urheberrechtlichen Gesichtspunkten Motivschutz verlangen, und damit Dritte von jeglicher Nachahmung seiner Grundidee ausschließen kann.

Der Kläger ist Fotokünstler, welcher seit 1979 Personen unterschiedlicher Herkunft auf oder mit einer roten Couch in ungewöhnlicher Umgebung fotografiert. Das Motiv der roten Couch verwendete der Fotograf für eine Vielzahl weiterer Auftragsarbeiten und lizenzierte es zu Beginn der 1990er Jahre sowohl für die Werbekampagne einer Altbier-Brauerei als auch für eine Sendereihe von Fernsehmagazinen.

Milan Bruchter / Shutterstock.com

Im Jahre 2008 entwickelte eine Werbeagentur eine Kampagne, bei der Fotos mit einer zumindest ähnlichen Bildkomposition gezeigt wurden. Die Fotos zeigten eine in ungewöhnlicher Umgebung mit Personen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen abgebildete blaue Couch.

Der Fotograf nahm den Werbenden zunächst unter den Gesichtspunkten der vermeidbaren Herkunftstäuschung, der Rufausbeutung, der Werbe- und Lizenzbehinderung aus der Verletzung des Wettbewerbsrechts in Anspruch. Die Klagen wurden aber vor dem LG wie dem OLG Köln abgewiesen.

Im vorliegenden Verfahren macht der Fotograf nun Ansprüche aus seinem Urheberrecht geltend. Er ist der Rechtsauffassung, die Serie „Rote Couch“ erfülle bereits als solche die Kriterien einer persönlichen geistigen Schöpfung, da sie einheitliche und prägende Merkmale aufweise. Die Kampagne „Blaue Couch“ der Beklagten übernehme diese charakteristischen Gestaltungsmerkmale der Originalserie des Klägers ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK