Rosenkrieg um “Babsi” – der Hund als “Haushaltsgegenstand”

von Thorsten Blaufelder

Liefern sich Eheleute nach einer Scheidung einen Rosenkrieg um den gemeinsamen Hund, kommt es nicht so sehr auf das Wohl des Vierbeiners an. Entscheidend ist vielmehr, wie der „Haushaltsgegenstand“ Hund auch nach der Trennung am sinnvollsten beiden Eheleuten zur Verfügung stehen kann, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart in einem am Dienstag, 06.05.2014, veröffentlichten Beschluss vom 07.04.2014 (AZ: 18 UF 62/14).

Im konkreten Fall ging es um die vierjährige Malteserhündin Babsi. Sie wurde gemeinsam von Herrchen und Frauchen gekauft. Doch die Eheleute trennten sich. Auf Babsi wollte aber keiner verzichten. Am Tag der Trennung nahm der Ehemann den Hund einfach mit. Babsi ist nun mittlerweile seit eineinhalb Jahren bei ihrem Herrchen.

Die geschiedene Ehefrau versuchte, vor Gericht die Herausgabe des Tieres zu erzwingen. Sie habe schon immer die überwiegenden Kosten an dem Tier getragen.

Der arbeitslose Ex-Partner argumentierte, dass er viel besser auf Babsi aufpassen könne. Er habe sich in der Vergangenheit vor allem um das Tier gekümmert. Den Vorschlag des Familiengerichts Babsi wechselseitig auf beide Eheleute aufzuteilen, lehnte der Mann ab.

Das OLG stellte nun klar, dass Babsi als „Haushaltsgegenstand“ und gemeinsames Eigentum beider Eheleute anzusehen sei. Beide hätten sich auch um das Tier gekümmert. Dafür spreche, dass bei einer Vorführung im Gericht Babsi auch ihr Frauchen trotz der eineinhalbjährigen „Kontaktsperre“ sofort identifiziert habe ...

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