OLG Koblenz: Pflegefall nach Stromschlag - Haftung auch bei unentgeltlicher Nachbarschaftshilfe

von Dr. Peter Nagel

(LEXEGESE) - Wer es auf Bitten eines Nachbarn übernimmt, die Montage einer Außenbeleuchtung und deren Verkabelung zu übernehmen, kann nicht ohne Weiteres davon ausgehen, alleine wegen der Unentgeltlichkeit der Gefälligkeit von der Haftung befreit zu sein, sollte es wegen fehlerhafter Arbeiten zu Personenschäden kommen. Die Haftung kann sich auch auf Schäden Dritter erstrecken, die für den Helfer erkennbar mit der Lampe in Berührung kommen sollten. Dies hat das OLG Koblenz mit Urteil vom 2. April 2014 im Rahmen eines Berufungsverfahrens entschieden (Az. 5 U 311/12) und insoweit eine vorangehende Entscheidung des Landgerichts Koblenz abgeändert.


I. Sachverhalt


Der Kläger - Mitarbeiter eines mit der Durchführung von Fassadenarbeiten beauftragten Unternehmens - stieß, bei der Durchführung der Arbeiten auf einem Metallgerüst stehend, am 16. September 2009 gegen das stromführende Gehäuse einer Außenlampe im Eingangsbereich des eingerüsteten Anwesens. Die Lampe war von einem Nachbarn unentgeltlich auf Bitte der im Haus wohnenden Vermieterin des Anwesens installiert worden. Infolge des Stromschlags erlitt der zum Unfallzeitpunkt 46 Jahre alte Kläger einen hypoxischen Hirnschaden. Er ist zu 100 % behindert und umfassend pflegebedürftig. Mit seiner Klage nimmt er neben dem Auftraggeber der Fassadenarbeiten auch den Nachbarschaftshelfer auf Schmerzensgeld (mindestens 600.000 € und lebenslange monatliche Schmerzensgeldrente) und Schadenersatz in Anspruch.


II ...

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