Halten Sie sich demnächst auch einen Platz im Garten Eden frei ?

von Liz Collet

Es scheint ihn zu geben – den Garten Eden. Unterden Pflegeheimen. Zwischen vielen auch aktuellen wieder zu hörenden und lesenden Negativberichten sog. investigativen Journalismus kann man auch offenkundig ausgezeichnete Beispiele entdecken.

Am Bodensee beispielsweise. Dort liegt nach Meinung mancher ohnehin ein kleines geheimes Paradies. Nun gibt es ja Stimmen, die sagen, das einzige Paradies, aus dem wir zudem auch nicht vertrieben werden könnten, sei die Erinnerung.Was interessante Fragen aufwirft, wo dann das Paradies von Alzheimer- und Demenzerkrankten oder anderen Patienten mit Beeinträchtigungen des Gehirns oder Gedächtnisses aufwirft. Vor allem, wenn diese keineswegs dauerunglücklich sind. Ob Fragen der Identität, der Persönlichkeit und des Glücks allein vom Erinnerungsvermögen abhängen, berührt auch ein neu in den Kinos zu sehender Film mit Maria Schrader – mehr oder weniger gut gelungen.

Aber scherzi aparte – das Maria-Martha-Stift in Lindau wird am heutigen Donnerstag in einer Feierstunde nach dem “Eden-Prinzip” zertifiziert. Weil zu den Gründen für viele Leiden alter Menschen Einsamkeit, Hilflosigkeit und Langeweile zählen, werden von den Verantwortlichen im Maria-Martha-Stift in Lindau nach einer humanistisch ausgerichteten Lebens-Philosophie gefordert und gefördert: Sie erhalten kleine Aufgaben im Stift, helfen in der Küche und im Speisesaal, lernen Instrumente und malen, organisieren Ausflüge, Tanzkurse oder empfangen regelmäßig Kindergruppen. Das helfe ihren Lebensmut und Lebensfreude zu stärken. Sie denken, das sei nur für gut situierte Bewohner möglich? Mitnichten – man arbeitet im Maria-Martha-Stift mit den gleichen Pflegesätzen und ebensoviel Personal wie in anderen Altenheimen gearbeitet. Das Stift, in Trägerschaft der Evangelischen Diakonie, erwirtschaftet sogar Gewinn ...

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