Behandlungsfehler – was tun?

Eine kritische Stellungnahme zu einem Beitrag in SpiegelOnline

Am 6.5.2014 berichtete SpiegelOnline über die aktuelle Behandlungsfehler-Statistik des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK): “Verdachtsfälle auf ärztliche Behandlungsfehler nehmen zu”

Die Informationen und Hinweise in diesem Beitrag sind für den geschädigten Patienten nicht sehr hilfreich und teilweise auch objektiv falsch.

Der Behandlungsfehler ist in dem Artikel zwar richtig dargestellt, allerdings unvollständig und vor allem ist die Schlussfolgerung falsch, dass ein Patient Anspruch auf Schadenersatz- und Schmerzensgeld habe, wenn der Arzt ihn falsch behandelt. Richtig ist, dass objektiv ein Fehler vorliegen muss, d.h., ein Verstoß gegen anerkannte Regeln der ärztlichen Kunst. Außerdem muss es zu einem Gesundheitsschaden auf Patientenseite gekommen sein und das Wichtigste ist: Zwischen dem Fehler und dem Schaden muss ein kausaler Zusammenhang bestehen. Hieran scheitern die meisten Arzthaftungsansprüche.

Martin Quirmbach, Rechtsanwalt und Seniorpartner

Dringend geboten wäre an dieser Stelle der Hinweis auf die “Umkehr der Beweislast” gewesen. Grundsätzlich muss der Patient beweisen, dass der Fehler zu dem Schaden geführt hat. Dieser Beweis ist in den meisten Fällen nicht zu führen, so dass der Patient leer ausgeht. Kommt es allerdings zu einer Umkehr der Beweislast, müsste der Arzt beweisen, dass auch bei richtiger Vorgehensweise der Patient den gleichen Schaden erlitten hätte. Ein Beweis, den der Arzt nicht führen kann. Wird also ein grober Behandlungsfehler oder aber eine unterlassene Befunderhebung festgestellt, überwiegen die Erfolgsaussichten des Patienten ...Zum vollständigen Artikel


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