Wenn Kleinkinder im Modegeschäft Warenständer umkippen und sich verletzen

Nach Urteil des OLG Hamm (Az. 6 U 186/13), verletzt ein Modegeschäft seine Verkehrssicherungspflicht, wenn es seine Auslagen auf einem Warenständer präsentiert, der von einem vierjährigen Kleinkind mit geringem Kraftaufwand gekippt werden kann und der dann die Gefahr erheblicher Verletzungen begründet. Der Sachverhalt

Nach dem Sachverhalt des OLG Hamm (Az. 6 U 186/13) suchten die Eltern mit der seinerzeit vierjährigen Klägerin das beklagte Modegeschäft in Warendorf auf, um dort einzukaufen. Die Klägerin spielte zunächst in der Spielecke des Modehauses. In einem von ihren Eltern nicht beobachteten Moment begab sie sich zu einem Warenständer in der auf derselben Etage befindliche Herrenabteilung, in der sich ihre Eltern aufhielten.

An dem ca. 1,60 m hohen, mittels Rollen leicht zu bewegenden Ständer waren zu verkaufende Gürtel aufgehängt. Die Klägerin zog an einem Gürtel und brachte so den Ständer zum Kippen. Der Ständer fiel auf die Klägerin und fügte ihr aufgrund eines hervorstehenden Zinkens eine schwere Augenverletzung zu, die operativ behandelt werden musste und möglicherweise eine dauerhafte Schädigung des Sehnervs des linken Auges mit einer verminderten Sehkraft zur Folge hat.

Mit ihrer Klage hat die Klägerin vom beklagten Modehaus Schadensersatz verlangt, u.a. ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 Euro. Das beklagte Modehaus hat gemeint, in Bezug auf den Warenständer keine Verkehrssicherungspflicht verletzt zu haben, und auf die nach seiner Ansicht unzureichende Beaufsichtigung der Klägerin durch ihre Eltern verwiesen.

Das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (Az. 6 U 186/13)

Der 6. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat der Klägerin Recht gegeben. Das beklagte Modegeschäft habe seine Verkehrssicherungspflicht verletzt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK