Recht auf Anonymität auch für wilde Kerle?

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht bietet unter anderem ein Recht auf Anonymität. Dazu gehört das Recht in Berichterstattungen der Presse nicht namentlich genannt zu werden. Dies wird besonders dann relevant, wenn Gegenstand des Berichts ein möglicherweise strafrechtliches Verhalten ist, da dies besonders geeignet ist eine Person in ihrem öffentlichen Ansehen zu schädigen. Das BVerfG hatte sich mit der Frage zu befassen ob eine identifizierende Berichterstattung über strafrechtlich relevantes Verhalten bei Jugendlichen möglich ist.

itsmejust / Shutterstock.com

Dem Ausgangsfall lag ein Artikel der „Sächsischen Zeitung“ zugrunde, der sowohl in der Printausgabe als auch im Internet verbreitet wurde. In diesem wurde darüber berichtet, die Söhne des Schauspielers O. , ebenfalls bekannte Jungschauspieler, hätten gemeinsam mit weiteren Jugendlichen in der sog. Freinacht in München Fahrräder traktiert, Blumenbeete zerstört und eine Telefonzelle beschädigt. Zudem berichtete die Tageszeitung die Söhne des O. seien in Zusammenhang mit diesem Vorfall von der Polizei verhört worden. Zu einer Ermittlung gegen die Jugendlichen kam es aber nicht.

Beide Kläger sind selbst Schauspieler und Sänger. Unter anderem wurden sie wurden durch bestimmte Jugendfilme, z.B. aus der Filmreihe „Wilde Kerle“, bekannt und erfreuen sich insbesondere unter Jugendlichen zahlreicher Fans. Sie sind Preisträger von Nachwuchspreisen und traten schon in zahlreichen TV-Shows auf. Schließlich hatten beide sich schon in Interviews zu ihren Plänen und Lebensansichten und zu ihrer Einstellung zu den Medien und der Öffentlichkeit geäußert.

Die Kläger verlangten nun von der „Sächsischen Zeitung“ die Verbreitung dieser Aussagen zu unterlassen. In den ersten beiden Instanzen wurde diesem Recht gegeben ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK