Operation gelungen, Patient tot

von Liz Collet

Wer kennt diese flapsige Redensart nicht?

Jüngst frotzelte ein Gesprächspartner den Satz weiter:

“Operation gelungen, Patient tot, aber als hirntote Bioressource für Organspende weiterverwendbar und unter neuen Fallkennziffern dann sogar multipel abrechenbar bei Entnahmekliniken, Transplantationszentren und bei jeweiligen Empfängern sogar noch einnahmensteigernd bei Chefarzt-Honoraren. Aber darüber spricht man ja nicht.”

Makaber? Sagen wir ruhig: Nicht frei von beissendem Sarkasmus. Der Satz kam allerdings vom Mitarbeiter einer Krankenversicherung in einem vor einigen Tagen geführten Gespräch. Und hat unter dem sarkastischen Ton einige Kerne Wahrheit.

Die aber – siehe oben – eben selten und höchst ungern thematisiert und tabuisiert werden. Wer sie thematisiert und um welche Geldbeträge es dabei geht, wird sehr schnell polemisch mit Fragen konfrontiert und angegriffen, dass er lebensrettende Operationen offenbar wegen Kosten in Frage stellen wolle. Und automatisch in die Schublade der Organspendegegner sortiert, egal ob er wirklich ein solcher ist oder nicht.

Ohne zu differenzieren, ob es wirklich immer um lebensrettende Transplantationen geht. Ohne für selbstverständlich anzusehen, auch Transparenz eben über Kosten herzustellen in einem Bereich, der sich als Hochleistungsmedizin darstellt, von der rein prinzipiell kaum jemand annehmen würde, dass sie nur Kosten eines Beinbruchs nach sich ziehen wird ...

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