Ohnmacht im Gespräch mit der Chefin

von Thorsten Blaufelder

Selbst wenn ein Beamter im Gespräch mit seiner Chefin ohnmächtig wird – Unfallursache kann ein solches Gespräch nicht sein, wie das Verwaltungsgericht Stuttgart in einem am Samstag, 03.05.2014, veröffentlichten Urteil entschied (AZ: 12 K 998/13). Ein Mitarbeiter des Landesamts für Verfassungsschutz Baden-Württemberg kann danach keine Unfallrente beanspruchen.

Der Beamte hatte es wohl nur gut gemeint und wollte die Beziehungen zu unseren südlichen Nachbarn pflegen, als er einem Referenten im Abwehramt des Verteidigungsministeriums in Wien Informationen über eine „Zielperson“ im Bereich des Terrorismus zukommen ließ. Doch die betreffende Datei war als geheime und vertrauliche Verschlusssache eingestuft.

Als der Versand der geheimen Daten bekanntwurde, lud die Präsidentin des Landesamtes für Verfassungsschutz zu einem Dienstgespräch. Daran nahmen auch der direkte Vorgesetzte, der Personalchef und der Personalrat teil. Gleich zu Beginn des Gesprächs warf die Präsidentin ihrem Mitarbeiter schwersten Geheimnis- und Landesverrat vor. Es seien bereits Termine im Innenministerium und bei der Bundesanwaltschaft anberaumt.

An mehr erinnert sich der Verfassungsschutz-Mitarbeiter nicht. Ein „Beamter mit Leib und Seele“, wie er von sich sagt, versank der Mann in Ohnmacht. Über zwei Jahre lang war er danach krank und wurde schließlich mit 55 Jahren wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt ...

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