Der Strafverteidiger, der kein Rechtsanwalt ist

von Mirko Laudon

Vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck in Bayern findet derzeit ein kurioser Prozess statt: Ein Mechatroniker muss sich dort wegen Titelmissbrauch verantworten (§ 132a Abs. 1 Nr. 2 StGB), weil er als „Strafverteidiger“ vor Gericht auftrat – allerdings ohne Rechtsanwalt oder ansonsten irgendwie juristisch ausgebildet zu sein.

Der Angeklagte hatte im vergangenen Jahr am Starnberger Amtsgericht einen Mann verteidigt, dem Schwarzfahren mit der S-Bahn vorgeworfen worden war. Sein „Mandant“ war nämlich vor der Verhandlung von der Polizei abgeholt und zur Polizeidienststelle in Germering verbracht worden. Dort war er ihm als Rechtsbeistand zur Hilfe geeilt und hatte sich aber gegenüber den Polizeibeamten als Strafverteidiger vorgestellt. Das gibt er auch unumwunden zu – nach seiner Auffassung sei dies auch zulässig. Der Polizist aber habe stattdessen in der Akte „Rechtsanwalt“ notiert. Dabei handelt es sich jedoch um eine geschützte Berufsbezeichnung nach § 132a StGB.

Kein Rechtsanwalt zu sein, kann teuer werden

Als Folge dieser „Verwechslung“ flatterte ihm nun ein Strafbefehl über eine Geldstrafe von 1.400 Euro (40 Tagessätze zu je 35 Euro) ins Haus ...

Zum vollständigen Artikel


  • Mechatroniker als Rechtsbeistand

    merkur-online.de - 113 Leser, 1 Tweets - Gilching - Er ist Mechatroniker und hilft gerne als Rechtsbeistand aus: Deswegen muss sich ein junger Gilchinger vor Gericht verantworten. Er soll sich nämlich als Rechtsanwalt ausgegeben haben, hat aber nie Jura studiert.

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK