Kommentar: Fauler Kompromiss: Atomenergie statt Kohlekraft in kanadischer Provinz Ontario

von Dr. Peter Nagel

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!


während in Deutschland bereits von einem neuen Boom der Kohle gesprochen wird, ist vergangene Woche in der kanadischen Provinz Ontario das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gegangen. Damit ist Ontario eine der ersten Regionen weltweit, die sich vollständig von Kohlestrom unabhängig macht. Energiegewinnung aus Biomasse, Wind- und Wasserkraft werden gleichzeitig ausgebaut.


Vorbildlich könnte man denken! Wäre da nicht die Tatsache, dass dafür zwei marode Atomkraftwerke wieder in Betrieb genommen wurden - Restrisiko und Kostenbelastung inklusive. Statt konsequent auf Erneuerbare Energien zu setzen, wird hier der Umstieg von schmutzigem Kohleabbau auf risikoreiche und nicht minder umweltbelastende Atomenergie, als großer Schritt für eine saubere Energiezukunft gefeiert. Es ist irritierend, dass es für eine Regierung möglich ist, in Rekordzeit die Kohle-Ära zu beenden, jedoch den Wechsel zu sauberer Energie in Zeitlupe veranlasst.


Dabei hätte mit dem bereits vor Jahren in Ontario eingeführten EEG ein konsequenter Ausbau von Erneuerbaren Energien ohne Atomkraft stattfinden können und die Provinz Ontario wäre bereits frühzeitig Kanadas Vorbild in Sachen saubere Energieversorgung geworden Schließlich war der Kohleausstieg vor bereits elf Jahren unter dem damaligen Premierminister Dalton McGuinty beschlossen worden, aber wie so oft in der Welt wurden dann durch den Einfluss der Atomlobby die Möglichkeiten des EEG beschnitten statt optimiert. Somit floss viel Geld in die Förderung von Atomenergie und Erdgas, das wiederum für den Ausbau von sauberen Energien fehlte. Die Atomlobby dürfte sich gefreut haben ...

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