Reiserecht: Die unvollständige Kreuzfahrt

Eine "nutzlose" Reise ist für die betroffenen Reisenden ärgerlich. Eine Minderung oder Kündigung. Die Anforderungen und die Aspekte für eine genaue Bestimmung der Minderungsquote hat nun der BGH (Az. X ZR 15/11) präzisiert. Sachverhalt:

Der Kläger betreibt ein Touristikunternehmen, die Beklagte veranstaltet Pauschalreisen in Form von Fluss- und Seekreuzfahrten. Der Kläger verlangt aus übergegangenen Ansprüchen eine Minderung des Reisepreises in Höhe von 80%, Ersatz für die Kosten der Rückfahrt, eine angemessene Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, sowie den Ausgleich von Anwaltskosten. Die Beklagte hat dem Kläger jedoch nur 40% zugestanden. Ein Mangel liegt unbestritten vor. Das Reiseprogramm wurde nur teilweise wie vorgesehen durchgeführt; einige Kunden des Klägers verließen das Schiff am 11. August 2007 in Reykjavik.

Das Landgericht hat die Klage abgewiesen, das Oberlandesgericht hat die Berufung zurückgewiesen.

Die Entscheidung:

Der BGH gab der Revision statt. Zunächst sei, wie das OLG zutreffend ausgeführt hat, der Gesamtreisepreis maßgeblich. Die einzelnen Teile der Reise seien jedoch nicht schematisch zu beurteilen, sondern können abhängig vom Gesamtgepräge ein jeweils unterschiedliches Gewicht erlangen. "Wenn bei einer Kreuzfahrt mehrere geographische, kulturelle oder sons-tige Programmpunkte an unterschiedlichen Tagen vorgesehen sind, ist es daher bei Ausfällen oder Mängeln nicht geboten, jeweils isoliert zu bewerten, wie hoch der Minderungsbetrag für eine einzelne ausgefallene oder nicht so wie vorgesehen erbrachte Reiseleistung sein soll."

Das Berufungsgericht habe sodann den Charakter der Kreuzfahrt unzutreffend bestimmt, da es nur von der Bezeichnung als große Grönlandfahrt ausgegangen ist ...

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