Dicke Luft im Düsseldorfer Landgericht

von Rainer Pohlen

Amts- und Landgericht Düsseldorf

Nein, das war nicht wirklich angenehm, was die Verfahrensbeteiligten einschließlich meiner Wenigkeit (obwohl, so wenig ist das leider gar nicht..) am vergangenen Mittwoch im Saal A157 des Düsseldorfer Landgerichts erdulden mussten. In der Sache geht es um einen halbwegs veritablen Anlagebetrug. Die 3 Angeklagten sollen eine Vielzahl von Anlegern um gut 1,6 Millionen Euro geprellt haben, indem sie diesen wertlose Aktien eines in Wirklichkeit nicht geschäftsaktiven Unternehmens als solche eines börsennotierten Pharmakonzerns verkauft haben.

Der älteste der drei Angeklagten sitzt schon seit fast einem Jahr in Untersuchungshaft. Mein Mandant war aufgrund von Angaben seiner Ex-Lebensgefährtin, die ihm nichts Gutes will, zweimal festgenommen und einmal für zwei Wochen in Haft genommen worden, bis sich das Gericht im Rahmen einer Haftprüfung selbst ein Bild von der Frau machte und den Haftbefehl dann wieder außer Vollzug setzte.

Weil der älteste Angeklagte gesundheitliche Beschwerden hat, ist er von einem Arzt auf seine Verhandlungsfähigkeit hin untersucht worden. Die sei grundsätzlich gegeben, sofern man ihm hinreichend viele Pausen gewähre, hatte der Mediziner am ersten Verhandlungstag ausgeführt, und so sind wir am Mittwoch in die Beweisaufnahme eingestiegen.

Schon von Beginn an war dicke Luft im Verhandlungssaal, und zwar nicht sinnbildlich, sondern im wahren Sinne des Wortes. Die Klimaanlage funktionierte nicht so, wie sie sollte, es war stickig und drückend, und das wurde im Laufe des Tages nicht besser ...

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