Begehe ich eine Urheberrechtsverletzung, wenn ich ein Foto meines neuen Tattoos ins Internet stelle?

von Karsten Gulden

Der Sommer steht vor der Tür und viele Meschen wollen sich mit Körpermotiven verschönern. Diese Tattoos wollen auch im Internet gezeigt werden. Kein Problem, gehört das Tattoo nun doch zum eigenen Körper! Ist das wirklich so?

Urheberrechtliche Nutzung von Tattoos

Für Tätowierungen besteht in der Regel ein urheberrechtlicher Schutz gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 4 UrhG als Werk der bildenden Kunst. Daher stehen dem Tätowierer grundsätzlich die ausschließlichen Nutzungsrechte an diesem Werk zu. Allerdings schließen der Tätowierte und der Tätowierer einen stillschweigenden Nutzungsvertrag über die Übertragung einzelner ausschließlicher Nutzungsrechte ab. So werden z.B. die Rechte zur Veröffentlichung und zur Ausstellung, auch wenn Sie nicht auf einer Leinwand sondern auf dem Körper des Tätowierten erfolgen, vom Tätowierer übertragen. Auch eine Verbreitung und Vervielfältigung z.B. in Form von Fotos und Filmaufnahmen, dürfte der Tätowierer regelmäßig eingewilligt haben. Zumindest gibt es aber eine Ausnahmeregelung, die es dem Besteller der Tätowierung erlaubt, Vervielfältigungen sowie die unentgeltliche und nicht zu gewerblichen Zwecken vorgenommene Verbreitungen eines Bildnisses vorzunehmen (§ 60 UrhG). Allerdings ist bei einem Bildnis, das ein Werk der bildenden Künste darstellt, die Verwertung nur durch Lichtbild zulässig.

Wie ist es aber, wenn ich mein Tattoo abfotografiere und dieses ins Internet stelle? Hier kommt die Ausnahmeregelung des § 60 UrhG nicht zur Anwendung, da diese nur die körperliche Verbreitung, also die auf Papier erlaubt ...

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