Schmerzensgeld wegen allergischer Reaktion auf Erfrischungstuch

Einer Reisenden nach Indien wurde ein Schmerzensgeld zugesprochen, weil sie während des Fluges durch die Verteilung von dampfenden Erfrischungstüchern eine schwerwiegende allergische Reaktion erlitt. Trotz des Hinweises der Reisenden, wurden die Tücher verteilt. Der Sachverhalt

Wie aus dem Urteil des OLG Frankfurt am Main (Az. 16 U 170/13) hervorgeht, reiste die Klägerin mit einem Flugzeug der Beklagten von Indien nach Deutschland. Während des Fluges wurden dampfende Erfrischungstücher - sog. "Saunatücher" - ausgeteilt.

Hierdurch wurde bei der Klägerin eine allergische Reaktion mit Atemnot ausgelöst, die eine ärztliche Behandlung und die Empfangnahme der Klägerin durch einen Notarzt nach der Landung erforderlich machte. Das erstinstanzlich zuständige Landgericht sprach der Klägerin nach einer umfangreichen Beweisaufnahme über die Umstände des Vorfalls ein Schmerzensgeld von 2.000,-- € gegen die beklagte Fluggesellschaft zu.

Die hiergegen von der beklagten Fluggesellschaft eingelegte Berufung wies das OLG mit der vorliegenden Entscheidung nunmehr im Wesentlichen zurück.

Das Urteil des OLG Frankfurt am Main (Az. 16 U 170/13)

Zur Begründung führte das OLG aus, die Klägerin könne auf der Grundlage des Montrealer Übereinkommens ein Schmerzensgeld verlangen, weil die allergische Reaktion durch eine typische, dem Luftverkehr eigentümliche Gefahr ausgelöst worden sei.

Crewmitglieder hätten von der Allergie wissen müssen

Die Kausalität zwischen dem Verteilen der Erfrischungstücher und der allergischen Reaktion sei aufgrund der durchgeführten Beweisaufnahme bestätigt worden. Die Klägerin müsse die durch die Erfrischungstücher ausgelösten Beschwerden auch nicht als Folge des allgemeinen Lebensrisikos hinnehmen ...

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