Die Barzahlung an das Au-pair-Mädchen

von Wolfram Schlosser

Das Finanzgericht Köln hatte über den in einer Einkommensteuererklärung geltend gemachten Ansatz von unbar bezahlten Kinderbetreuungskosten an ein Au-pair-Mädchen zu entscheiden.

In dem konkreten Fall war der Kläger von Beruf Kriminalbeamter und erzielte Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Er ist seit 2005 verwitwet und hat eine 2001 geborene Tochter.
In seiner Einkommensteuererklärung für 2010 machte der Kläger Kinderbetreuungskosten in Höhe von insgesamt 9.153 € geltend. Nach einer beigefügten Anlage waren in diesem Betrag 3.080 € für ein Au-pair-Taschengeld enthalten. Der Kläger erläuterte dazu, das Au-pair- Mädchen habe nach eigenen Angaben nicht über ein Konto verfügt. Der Beklagte kürzte die geltend gemachten Kinderbetreuungskosten u. a. um den oben genannt Betrag und berücksichtigte 5.533 € steuermindernd. Dies führte im Einkommensteuerbescheid vom 29.1.2013 zum Ansatz von erwerbsbedingten Kinderbetreuungskosten i.H.v. 3.689 € (= 2/3 von 5.533 €) und zur Festsetzung von Einkommensteuer i.H.v. 8.189 €. In den Erläuterungen zu Bescheid führte der Beklagte aus, dass Geldleistungen im Rahmen eines Au-pair-Verhältnisses nur anerkannt werden könnten, wenn diese unbar und zudem auf ein Konto des Au-pairs gezahlt seien.
Gegen diesen Bescheid legte der Kläger Einspruch ein. Er begründete diesen damit, dass sein damaliges Au-pair, Frau A, ihm gegenüber angegeben habe, kein Konto zu benötigen, und es daher abgelehnt habe, die vertraglich vereinbarten Geldleistungen unbar entgegenzunehmen. Insofern habe er überhaupt nicht die Möglichkeit gehabt, unbar zu leisten. Gleiches Vorgehen sei in den vergangenen Jahren durch den Beklagten immer steuerlich anerkannt worden. Aufgrund seiner Familiensituation habe er nicht die Alternative gehabt, ein in der Kinderbetreuung erfahrenes Au-pair-Mädchen abzulehnen, weil sie kein Konto habe einrichten wollen ...

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