Schicken wir mal eine Testbewerbung an den Arbeitgeber

von Thorsten Blaufelder

Stellenbewerber dürfen grundsätzlich mit einer Testbewerbung prüfen, ob ein Arbeitgeber sich an das Antidiskriminierungsgesetz hält. Dies geht aus einem am Donnerstag, 24.04.2014, bekanntgegebenen Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Schleswig-Holstein hervor (AZ: 3 Sa 401/13). Die Testbewerbung sei zulässig, wenn es für sie einen konkreten Auslöser gibt, dabei die Strafgesetze beachtet werden und der Bewerber nicht „rechtsmissbräuchlich“ handelt, so die Kieler Richter in ihrem Urteil vom 09.04.2014.

Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen die Stelle für einen Servicetechniker bzw. Serviceingenieure im Innendienst ausgeschrieben. Ein 50-Jähriger aus Schleswig-Holstein bewarb sich auf die Stelle, auch wenn die geforderten Praxiskenntnisse bei ihm mehrere Jahre zurücklagen.

Neben seiner Bewerbung verschickte er auch eine Testbewerbung. In dieser Fake-Bewerbung gab er eine Person an, die 18 Jahre jünger als er war, aber über die nach der Ausschreibung notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügte.

Im Lebenslauf hatte er sich allerdings andere Tätigkeiten ausgedacht, Briefkopfbögen von Schulen und teilweise von existierenden und nicht existierenden Firmen genutzt und Zeugnisse erstellt. Als Foto für den Lebenslauf nahm er ein altes Bild von sich selbst. In der Testbewerbung waren die Praxiserfahrungen allerdings wesentlich aktueller und spezieller.

Prompt wollte der Arbeitgeber den fiktiven Bewerber kennenlernen und lud ihn zum Bewerbungsgespräch ein. Der Kläger sagte daraufhin sofort ab ...

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