LG Augsburg: Klage auf 70.000 € Schadensersatz wegen negativer Amazon-Bewertung

von Nina Piazolo

Immer wieder werden wir für Mandanten tätig wegen ungerechtfertigter negativer Bewertungen im Internet. Das Phänomen ist leider sehr verbreitet: Aus verschiedensten Gründen enttäuschte Kunden lassen ihrer Wut mittels negativer Bewertungen freien Lauf. Solange die Kritik berechtigt ist und den Tatsachen entspricht, ist das ihr gutes Recht. Die Grenzen sind aber dann erreicht, wenn die Behauptungen unwahr sind oder die Bewertung unzulässige Schmähkritik, also z.B. Beleidigungen, enthält.

In einem solchen Fall kann sich der Händler dagegen wehren. Wir haben z.B. einem Softwarehändler erfolgreich helfen können, dem vorgeworfen wurde, er habe keinen Original-Softwarekey geliefert (vgl. Urteil des Landgerichts Köln vom 31.07.2013, Az. 28 O 422/12). Die Bewertung muss dann gelöscht werden, der Äußernde muss eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben und die Rechtsanwaltskosten erstatten. Weitergehender Schadensersatz ist nur selten in krassen Ausnahmefällen zu zahlen, z.B. bei einer erheblichen Persönlichkeitsrechtsverletzung oder nachweisbarem weiteren Schaden.

Wie die Augsburger Allgemeine nun berichtet, fordert aktuell ein Amazon-Händler wegen einer schlechten Bewertung eines Käufers von diesem eine Schadenersatzzahlung in Höhe von sage und schreibe 70.000,00 € ...

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