Erschossener Hamburger Austauschschüler in den USA– eine Ersteinschätzung

von Dr. Johannes Kalb

Auf Grundlage des veröffentlichten Sachverhaltes und an Hand des Gesetzeswortlautes erlaube ich mir eine Ersteinschätzung:

Sachverhalt

Ein Amerikaner, der im US-Bundesstaat Montana einen deutschen Austauschschüler erschossen haben soll, ist des vorsätzlichen Totschlags angeklagt worden. Markus K., 29, soll den 17-jährigen Hamburger Diren D. für einen Einbrecher gehalten haben. K. berief sich im Polizeiverhör auf die “Castle-Doktrin”, eines der kontroversen Selbstverteidigungsgesetze, die in Dutzenden US-Bundesstaaten gelten.



(…) Der Anklage zufolge hatte K. in seiner Garage eine regelrechte Falle gelegt, nachdem in den letzten drei Wochen zweimal bei ihm eingebrochen worden sei. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Janelle P. habe er Sensoren und ein Videoüberwachungssystem eingerichtet und dann in der absichtlich offenen Garage eine Handtasche als Köder liegengelassen, “damit sie die nehmen würden”.



Die elektronischen Sensoren hätten in der Nacht zum Sonntag Alarm geschlagen, hieß es in einer eidesstattlichen Erklärung von Staatsanwalt Andrew Paul. Auf dem Live-Videobild sei jemand in der Einfahrt und in der Garage zu sehen gewesen — offenbar Diren D. Warum der sich auf K.‘s Grundstück befunden habe, blieb offen. Janelle P. habe die Videobilder mit ihrem Handy abfotografiert.



K. habe sich mit seinem Gewehr von der Einfahrt her in die Garage geschlichen. Er habe gefürchtet, dass der Eindringling ihm “schaden” könnte. Auch habe er um sein Leben gefürchtet. Deshalb habe er erst in die Garage gerufen, woraufhin jemand mit “Hey” oder “Moment” geantwortet habe. Dann habe K. vier Schüsse ins Dunkle abgefeuert — extra hoch, um “sein Auto in der Garage nicht zu treffen”. Die Schüsse hätten zwei Sekunden gedauert ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK