Babyklappe – und der Vormund des Babys

Der Geschäftsführer einer Einrichtung, die Müttern anbietet, ihre neu geborenen Kinder bei ihr abzugeben und dabei die Anonymität der Mutter zu wahren, ist als Vormund für ein bei der Einrichtung abgegebenes Kind nicht geeignet; denn zwischen dem Geschäftsführer des Betreibers einer solchen Einrichtung und dem abgegebenen Kind besteht ein konkreter Interessenkonflikt, weil das Kind ein berechtigtes Interesse an der Deanonymisierung seiner Eltern hat.

Zwischen dem Betreiber einer Babyklappe und dem Baby besteht ein Interessenkonflikt, und dies ist keineswegs ein nur abstrakter. Es mag wohl sein, dass es eine Vielzahl gemeinsamer Interessen einer Mutter, die sich entschließt, ihr Kind in einer Babyklappe abzugeben, und diesem Kind gibt; sie sind aber nicht deckungsgleich. Der Babyklapenbetreiber ist der Mutter verpflichtet, ihr wird Anonymität zugesichert. Das Baby hat aber ein berechtigtes Interesse an der Deanonymisierung ihrer Mutter, ihrer Eltern überhaupt, stehen doch Unterhaltsansprüche und mögliche Erberwartungen im Raum. Und das Baby hat ein Recht auf Kenntnis der eigenen Biografie1.

Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg verkennt nicht, dass es entsprechend der zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Babyklappen-Betreiber getroffenen Vereinbarung zum Konzept der Babyklappe gehört, Mütter dahingehend zu beraten und zu unterstützen, dass sie ihre Anonymität aufgeben, sich zu ihrem Kind bekennen und, soweit möglich, das Kind wieder zu sich nehmen ...

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