Helene Fischer: Auftrittsverbot wegen zu lauter Fans?

Auf den nächsten, regelmäßig in Stuttgart stattfindenden Cannstatter Wasen, einem Volksfest ähnlich dem Oktoberfest in München, soll die Schlagersängerin Helene Fischer auftreten. Nun wurde ein Regionalpolitiker ins Rampenlicht befördert, der ein Verbot des Auftritts fordert. Ein Beitrag von Schutt, Waetke Rechtsanwälte

Auf den nächsten, regelmäßig in Stuttgart stattfindenden Cannstatter Wasen, einem Volksfest ähnlich dem Oktoberfest in München, soll die Schlagersängerin Helene Fischer auftreten. Aufgrund deren Fans bzw. des Gesangs der Fans wurde nun ein Regionalpolitiker ins Rampenlicht befördert, der angesichts von Anwohnerbeschwerden wegen Lärms nun ein Verbot des Auftritts fordert:

Die Fans würden zu laut singen, dass selbst die Begrenzung der Musik auf 80 Dezibel nicht ausreichen würde, die Interessen der Anwohner zu wahren.

Da stellt sich zunächst die Frage, inwieweit der Fangesang überhaupt dem Veranstalter zuzurechnen ist: Der den Anwohner treffenden Lärm, der von den Besuchern verursacht wird, wird grundsätzlich der Veranstaltung zugerechnet, d.h. es wird so getan, als ob von der Veranstaltung als solche der Lärm ausgeht - ob von der Musik oder den Besuchern letztlich verursacht, ist dabei grundsätzlich ohne Belang.

Inwieweit Anwohner den Lärm einer Veranstaltung aushalten müssen, ist oft ein juristischer Zankapfel: Es treffen die berechtigten Interessen der Anwohner auf ihre Nachtruhe auf die Interessen des Veranstalters an der Durchführung der Veranstaltung bzw. der Allgemeinheit an der Teilhabe an einer solchen Veranstaltung aufeinander.

Der Bundesgerichtshof hat dazu in einem Urteil im Jahr 2003 folgende Grundsätze aufgestellt:

Volks- und Gemeindefeste, Feiern örtlicher Vereine, traditionelle Umzüge und ähnliche Veranstaltungen gehören zu den herkömmlichen, allgemein akzeptierten Formen gemeindlichen und städtischen Lebens ...

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