Überwachung: Visualisierte Vorratsdatenspeicherung

von Martin Steiger

Die Metadaten der gesamten Kommunikation in der Schweiz werden durch Swisscom und andere Telekommunikationsanbieter flächendeckend und präventiv auf Vorrat gespeichert, beispielsweise wer wann und wo mit wem für wie lange telefoniert hat. Befürworter verharmlosen diese Vorratsdatenspeicherung damit, es würden keine Inhalte, sondern nur die Metadaten oder Randdaten der Kommunikation gespeichert.

Diese sträfliche Verharmlosung ist längst widerlegt, auch wissenschaftlich, denn «[…] Inhalte sagen, was wir sagen. Metadaten aber sagen, was wir tun, und was wir denken. Sie enttarnen uns und unsere Pläne, ohne dass wir es merken. Metadaten erlauben es, soziale Netzwerke aufzudecken, die Standorte von Menschen zu ermitteln und Bewegungsprofile zu erstellen.» Vorratsdatenspeicherung ist Überwachung, entgegen der Propaganda durch den Dienst «Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr» (Dienst «ÜPF»).

6 Monate Überwachung von Nationalrat Balthasar Glättli

In der Schweiz fehlte bislang ein praktisches Beispiel für die umfassenden Erkenntnisse, die sich allein schon aus den Metadaten der Vorratsdatenspeicherung gewinnen lassen. Aus diesem Grund hat der grüne Nationalrat Balthasar Glättli einen Teil seiner Vorratsdaten aus sechs Monaten zur Verfügung gestellt. Die Digitale Gesellschaft hat diese Vorratsdaten in Zusammenarbeit mit OpenDataCity und weiteren Partnern – unter anderem der «Schweiz am Sonntag» – für eine Visualisierung zum überwachten Leben von Balthasar Glättli aufbereitet.

Direkter Weblink: https://www.digitale-gesellschaft.ch/vds.

Die tatsächliche Vorratsdatenspeicherung geht wesentlich weiter, denn sie umfasst die Metadaten der gesamten Bevölkerung und nicht nur jene von Balthasar Glättli ...

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