Augen auf beim Auto-Verkauf

von J. Jansen

Stellt euch vor, ihr möchtet euren PKW verkaufen. Ihr veröffentlicht also eine Anzeige im Internet, auf die sich ein Interessenten meldet. Dieser erscheint zum vereinbarten Termin für eine Probefahrt, stellt sich freundlich vor und besichtigt das Fahrzeug zunächst von außen. Dann bittet er um den Schlüssel und möchte eine kleine Runde drehen.

Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem man als Verkäufer sehr vorsichtig sein muss! Denn schließlich gibt man mit dem Fahrzeug einen nicht unerheblichen Wert aus den Händen. Was passiert, wenn der vermeintliche Kaufinteressent mit dem Auto nicht wieder zurückkehrt? Müsste hier nicht eine Versicherung den Wert des Fahrzeug ersetzen?


Wie so oft, steckt der Teufel hier im Detail. Es kommt genau darauf an, wie der Verkäufer im konkreten Fall vorgegangen ist. Die Versicherung tritt ein, wenn es sich um einen Diebstahl handelt (1.) und der Versicherte nicht grob fahrlässig gehandelt hat (2.).


1. Diebstahl

Prägendes Merkmal eines Diebstahls ist die Wegnahme einer Sache. Wegnahme ist der Bruch fremden und die Begründung neuen Gewahrsams. Gewahrsam ist die von einem natürlichen Herrschaftswillen getragene Sachherrschaft, ähnlich dem Besitz. Zunächst hat der Verkäufer den Schlüssel in Händen und damit auch Gewahrsam am Fahrzeug. Gibt er den Schlüssel nun freiwillig für eine ausgiebige, vom Interessenten allein durchgeführte Probefahrt ab, so hat der Verkäufer keine Möglichkeit der Einflussnahme mehr. Er könnte z. B. ein Wegfahren nicht verhindern. Der Gewahrsam ist damit freiwillig und vollständig aufgegeben worden. Deshalb kann kein Gewahrsam mehr gebrochen werden, sodass kein Diebstahl vorliegen kann. Die Versicherung muss nicht zahlen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK