LAG Schleswig-Holstein hebt 1. Instanz auf : Das alleinige Bestehen eines Altersunterschiedes stellt für sich genommen keine Altersdiskriminierung im Bewerbungsverfahren dar

Rechtsanwalt Bodem, Fachanwalt Arbeitsrecht Berlin

1. Allein der Altersunterschied zwischen zwei unterschiedlich behandelten Bewerbern lässt noch keine Diskriminierung wegen Alters vermuten.
2. Notwendig ist größtmögliche Vergleichbarkeit der Personen, der Bewerbungssituation und das Fehlen anderer Aspekte.
3. Eine fiktive Testbewerbung kann gegen Gesetze verstoßen.

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein vom 09.04.2014 – Aktenzeichen 3 Sa 401/13

Das Arbeitsgericht Neumünster hatte dem Kläger noch 2.000,00 Euro zugesprochen. Das Landesarbeitsgericht gab der Arbeitgeberin Recht und wies die Klage insgesamt ab.
Nach der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts liegen keine Indizien für die Vermutung vor, dass der Kläger „wegen“ seines Alters nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen, also benachteiligt worden ist. Allein auf das Bestehen eines Altersunterschiedes kann nicht abgestellt werden. Andere Indizien hatte der Kläger nicht darlegen können. Inszenierte Testverfahren zur Klärung von Diskriminierungsfällen sind nach der Gesetzesbegründung zum Antidiskriminierungsgesetz zwar zulässig, müssen aber, so das Landesarbeitsgericht, einen Auslöser haben, die Strafgesetze beachten und dürfen nicht rechtsmissbräuchlich sein. Ob all das beachtet wurde, war hier bedenklich, aber letztendlich nicht mehr entscheidend. Ist aufgrund konkreter Tatsachen, die im Arbeitsleben üblicherweise von Bedeutung sind, für den getesteten Arbeitgeber Raum für eine andere Auswahlentscheidung, besteht keine Vermutung für eine Altersdiskriminierung. Das war hier der Fall ...

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