Die schlafende Schönheit?

von Gerfried Braune

Nicht nur in Deutschland wünschen sich die Mediatoren (und vielleicht auch die Justizminister, aber das weiß ich nicht so genau), dass Mediation als Konfliktlösungsverfahren mehr in Anspruch genommen wird. In einer Studie “Rebooting the Mediation Directive” (hier hatte ich darüber berichtet) für das Europäische Parlament waren die Verfasser (bzw. die Befragten Mediatoren) zu der Auffassung gelangt, dass man die schlafende Mediationsschönheit nur durch verpflichtende Elemente erwecken könnte. Dies hat mittlerweile unter den Mediatoren zu Diskussionen geführt.

Constantin-Adi Gavrila, Christian Radu Chereji haben in einem Beitrag “What Went Wrong with Mediation?” auf mediate.com demgegenüber die Meinung vertreten, dass Mediation mit der falschen Zielrichtung eingeführt worden sei und das Marketing dafür nicht stimme. Es sei falsch gewesen, Mediation immer nur als preiswerte Alternative zum teuren Gerichtsverfahren und zu überlasteten Gerichten einzuführen. Entsprechend gelte das für das Marketing. Den Rechtssuchenden sei es gleichgültig, ob die Gerichte überlastet sind. Auch als Billigprodukt sei Mediation nicht zu vermarkten. Außerdem fehle eine allgemein anerkannte Definition von Mediation. Die Rechtssuchenden zur Mediation zu zwingen sei ein Widerspruch in sich. Man könne zwar ein Pferd an die Tränke führen, trinken müsse es aber selbst ...

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