Begriffe des Strafrechts, Teil 3: Der Amtsermittlungsgrundsatz

von Daniel Nowack

Die Welt der Juristen lebt von unzähligen Fachbegriffen. In meiner Ratgeberreihe “Begriffe des Strafrechts” werde ich, welch Überraschung, einige Grundbegriffe, mit denen man im Rahmen strafrechtlicher Probleme immer wieder rechnen muss, verständlich erläutern bzw. dies zumindest versuchen. So sollen Sie in die Lage versetzt werden, auch Fachbegriffe, die der Rechtsanwalt im Eifer des Gefechtes (oder weil er diese gar nicht mehr als Fachbegriffe wahrnimmt) nicht erläutert, zu verstehen und somit mit Ihrem Anwalt “auf einer Ebene” kommunizieren zu können.

Nachdem in Teil 2 der Reihe das Adhäsionsverfahren erläutert wurde, geht es heute um den Amtsermittlungsgrundsatz.

Der Amtsermittlungsgrundsatz spielt im Strafverfahren anders als im zivilrechtlichen Rechtsstreit zumindest theoretisch eine große Rolle. Er besagt, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Gericht verpflichtet sind, von Amts wegen den kompletten Sachverhalt, der einer späteren Entscheidung zugrunde gelegt werden soll, zu untersuchen.

Von Amts wegen bedeutet, dass die Untersuchung auch ohne einen Antrag bzw. unabhängig davon zu erfolgen hat. Für die strafrechtliche Hauptverhandlung ist dies in § 244 Abs. 2 StPO festgelegt ...

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