Wo ist denn die Akte? Führerschein weg und nichts tut sich

von Rainer Pohlen

Am vergangenen Mittwoch um drei Uhr morgens riss mich mein Handy, dass ich nicht auf “lautlos” gestellt hatte, aus dem Schlaf. Ein Mandant war am Telefon und entschuldigte sich für die nächtliche Störung. Aber es sei wichtig. Er sei zwei Stunden zuvor von der Polizei angehalten worden, weil er angeblich deutlich zu schnell auf einer geschwindigkeitsbeschränkten Autobahnstrecke gefahren sei und ein vor ihm fahrendes Fahrzeug mit der Lichthupe bedrängt hätte. Alkohol hätte er nicht getrunken gehabt, aber wegen seiner redseligen Art hätten die Beamten eine Drogentest machen wollen, den er zunächst abgelehnt hätte. Man hätte ihm dann aber klar gemacht, das er zur Abgabe einer Urinprobe auch gezwungen werden könne. Die Beamten seien sehr unfreundlich gewesen. Unter dem Druck der Situation habe er schließlich zugestimmt. Der Urintest hätte wohl einen positiven Befund für Kokain ergeben. Das könne er sich eigentlich nicht erklären. Es sei ihm dann von einem Polizeiarzt eine Blutprobe abgenommen worden. Er hätte dem widersprochen, aber die Polizisten hätten ihm klar gemacht, dass auch das zwangsweise durchgesetzt werden könne. Man habe ihm die Autoschlüssel und den Führerschein abgenommen und jetzt sei er auf dem Weg nachhause.

Ich habe den Mann gefragt, warum er mich nicht vor Abgabe der Urinprobe angerufen habe, wenn er schon meine Nachtruhe störe ...

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