Mit Facebook im Kampf pro wie contra Freilassung verurteilter Mörder?

von Liz Collet

Es ist nicht die erste der Initiativen, die nicht mehr nur über Print- und Onlinemedien, sondern über Facebook oder Social Media sonst ihren Weg und Erfolg sucht, um Öffentlichkeit und Unterstützung zu gewinnen im Bemühen gegen Justiz und deren gesprochene oder in Rechtskraft erwachsene Urteile, im Besonderen bei Kapital- oder Sexualdelikten, aber nicht nur bei solchen Taten.

Sei es, um

verurteilten Mördern zur Wiederaufnahme zu verhelfen (wie in diesem oder jenem Fall), sei es um deren Entlassung nach Verbüssung der Strafe zu verhindern.

Dass solche und andere Möglichkeiten von Unterstützern und Öffentlichkeit wichtig und legitim sind, um auch in Fällen eingetretener Rechtskraft nicht nur mit den rein rechtlichen Mitteln der Wiederaufnahme Kritik an Rechtsprechung und Justiz zu üben und diese auch in Frage zu stellen, wo diese auch Fehler und Fehlurteile nicht auszuschliessen vermochte, hat unter anderem auch der Fall von Gustl Mollath gezeigt, dessen Wiederaufnahmeverfahren demnächst ansteht.

Jüngster Fall einer Initiative, der Justiz in den Arm zu greifen und deren Entscheidung zu beeinflussen, die beantragte Entlassung eines verurteilten Täters zu bewilligen, betrifft den Mordfall an der damals 7-jährigen Natalie Astner aus Epfach, die vor 18 Jahren entführt, missbraucht und auf grausame Weise ermordet worden war.

So legitim wie der Antrag des Täters auf Entlassung, den dieser Berichten zufolge durch seinen Anwalt stellen liess, ist das Unverständnis, die Weigerung Angehöriger, eine Entlassung akzeptieren zu können, deren Leid fraglos auch 18 Jahre nach einer solchen Tat ungemindert weiter besteht. Und das selbst Eltern allenfalls erahnen und niemals wirklich nachfühlen können werden, wenn sie nicht selbst Betroffene sind. Am Mitgefühl für deren Leid ist kein Zweifel. Am Verständnis dafür, dass derlei mit legalen Mitteln für andere Kinder und Familien besser verhindert werden soll, ebenso ...

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