RTL-Interview zu Reverse Graffiti

Heute war ein Fernsehteam von RTL bei mir in der Kanzlei und hat mich zur Strafbarkeit von Reverse Graffiti interviewt.

Da in dem Interview keine Paragraphen genannt werden sollten, hier als Ergänzung meine ausführlichere Auffassung:

§ 303 StGB regelt die Sachbeschädigung. Früher war das „normale“ Graffiti nicht strafbar, weil die Sache ja nicht beschädigt oder zerstört wird. Mit der Einfügung des § 303 Abs. 2 StGB wurde dann auch unter Strafe gestellt, wenn das Erscheinungsbild einer fremden Sache unbefugt nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert wird.

Beim Reverse Graffiti wird eine verschmutzte Sache partiell gereinigt und damit ein Kunstwerk geschaffen. Wie so was aussieht, zeigt z.B. der Kölner Künstler Tim Ossege auf seiner Webseite - live zu sehen gewesen z.B. in Köln in der Nähe vom Gürzenich:

Das Erscheinungsbild der fremden Sache wird durch die Reinigung verändert. Aber aus meiner Sicht ist dies weder erheblich noch dauerhaft. Bisher sehen das offenbar auch die Staatsanwaltschaften und Gerichte so. Denn Verurteilungen wegen Reverse Graffiti sind nicht bekannt ...

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