Kein Hagelschaden, wenn der Hagel schon geschmolzen ist

von Daniel Nowack

Ein Urteil aus dem Bereich der Hausratversicherung könnte zukünftig auch Bedeutung im Verkehrsrecht haben.

Entstehen durch geschmolzenen Hagel Wasserschäden, so liegen keine Hagelschäden vor. Die Haus­rat­versicherung ist daher gemäß § 5 Nr. 1 VHB 2008 nicht verpflichtet, für die Schäden aufzukommen. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Saarbrücken (Beschluss vom 04.06.2013, Az. 5 W 43/13) hervor.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Während eines massiven Hagelschauers im September 2011 drangen in den Keller eines Wohnhauses erhebliche Mengen Hagelkörner ein. Nachdem diese geschmolzen waren, richtete das Schmelzwasser Schäden an den im Keller abgestellten Hausratsgegenständen an. ZumEintritt des Hagels kam es, da nach Behauptungen des Geschädigten der Hagel die ordnungsgemäß verschlossene Kellertür aufgestoßen haben soll. Der Geschädigte beanspruchte aufgrund des Vorfalls seine Hausratsversicherung. Diese lehnte jedoch eine Schadensregulierung ab. Ihrer Auffassung nach habe nicht der Hagel unmittelbar den Schaden verursacht. Zudem berief sich die Versicherung auf eine Ausschlussklausel, wonach Schäden durch Eindringen von Hagel nicht versichert sind, wenn der Hagel durch nicht ordnungsgemäß verschlossene Außentüren eindringt, es sei denn, dass diese Öffnung durch Hagel entstanden ist und einen Gebäudeschaden darstellt. Da der Geschädigte weiterhin auf Zahlung bestand, kam der Fall vor Gericht.

Das Landgericht Saarbrücken verneinte einen Anspruch auf Versicherungsschutz. Denn nicht der Hagel, sondern das Schmelzwasser habe die Schäden verursacht. Der gefrorene Hagel habe seinen Aggregatzustand geändert und deshalb seien die Schäden nicht unmittelbar verursacht ...

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