Freizügig, aber keine freie Mitarbeiterin: Erotik-Hotline Mitarbeiter unterliegen der Sozialversicherungspflicht

Das Stuttgarter Landessozialgericht hat die Tätigkeit einer 59-jährigen Mitarbeiterin einer Erotik-Hotline als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung qualifiziert und insoweit die Klage eines Hotline-Betreibers gegen die erstinstanzliche Entscheidung des Sozialgerichts Mannheim zurückgewiesen. Dieser hatte gegen den Bescheid der Deutschen Rentenversicherung geklagt, die von ihm Sozialversicherungsbeiträge eingefordert hatte. Nach Ansicht des Gerichts sprach das Gesamtbild für eine abhängige Beschäftigung der Mitarbeiterin (Urteil vom 18.02.2014, Az.: L 11 R 3323/12, nicht rechtskräftig).

Rentenversicherer fordert Sozialversicherungsbeiträge
Der Betreiber der Hotline beschäftigte laut Gericht eine Frau als «freie Mitarbeiterin». Zum Aufgabengebiet der 59-Jährigen gehörten Flirtgespräche, Telefonsex und Partnervermittlung. Sie arbeitete von zu Hause aus, musste ihre Arbeitszeiten aber im Voraus in einen Online-Stundenplan der Hotline eintragen. Gegenüber den Kunden rechnete der Betreiber ab. Die Mitarbeiterin stellte wiederum der Hotline monatlich eine Rechnung. Die Abrechnung erfolgte nach einer Vergütungstabelle des Betreibers je nach Dauer der geführten Telefongespräche. Für besonders lange Telefonate wurden zusätzliche Boni gezahlt ...

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