Turbulenzen auf hoher See – Anleger sind die Verlierer in der Insolvenz der Schiffsgesellschaft

von Dr. Marc D'avoine

Rechtsanwalt Dr. Marc d’Avoine, Fachanwalt für Steuerrecht sowie Fachanwalt für Handelsrecht und Gesellschaftsrecht

Seit einigen Jahren haben auch Kleinanleger die schwimmenden Transporter für sich entdeckt, versprachen Bulker, Tanker und sonstige Transporter doch attraktive Frachtraten und am Ende erfolgreiche Geschäfte. Schiffe waren (und sind noch) wegen der zwischenzeitlich starken Zunahme der Rohstoff- und Gütertransporte über die Kontinente hinweg gefragt. Aber schon die Reeder der Antike kannten die Gefahren auf hoher See, und nicht nur die. Ein Auftragsrückgang, eine konjunkturelle Entwicklung oder eine Änderung der Wettbewerbssituation kann aus einem blühenden Geschäft binnen weniger Monate eine Krisenfahrt machen. Das haben seit 2008 viele Reeder leidvoll erfahren müssen und damit auch die sie finanzierenden Banken. Am Ende leiden die Anleger, die mitunter ihre gesamte Einlage verlieren, wenn die Schiffsbeteiligungsgesellschaft in die Insolvenz gerät.

Inzwischen steckt die Branche in einer nachhaltigen Krise. Die Frachtraten haben sich auf einem niedrigen Niveau eingependelt, welches zum Teil bei 20 % dessen bewegt, was vor der „Schiffskrise“ durchgesetzt werden konnte und auch bezahlt wurde. Diesen Margenverlust verkraften viele Reeder und Schiffsgesellschaften nicht. Die Banken und mit Ihnen auch div. Gesellschafter und Anleger haben zahlreiche krisengeschüttelte Betreiber durch weitere Kredite und Prolongationen einige Jahre gestützt. Das Bild hat sich indes seit etwa 2011 deutlich gewandelt. Schiffsinsolvenzen legten aufgrund der weltweiten Überkapazitäten in den letzten drei Jahren sprunghaft zu.

Die Investoren und inzwischen auch Kleinanleger sind weltweit verteilt ...

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