Haftung des Mieters bei von ihm durch einfache Fahrlässigkeit verursachten Wohnungsbrand?

von Matthias A. Jelenewski

Ein Mieter, der einen Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit verursacht hat, ist (regelmäßig) vor einem Rückgriff des Gebäudeversicherers (§ 86 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)) in der Weise geschützt, dass eine ergänzende Auslegung des Gebäudeversicherungsvertrages einen konkludenten Regressverzicht des Versicherers für die Fälle ergibt, in denen der Wohnungsmieter einen Brandschaden durch einfache Fahrlässigkeit verursacht hat (Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 08.11.2000 – IV ZR 298/99 –; BGH, Beschluss vom 12.12.2001 – XII ZR 153/99 –; BGH, Urteile vom 03.11.2004 – VIII ZR 28/04 –; vom 13.09.2006 – IV ZR 273/05 –; vom 10.11.2006 – V ZR 62/06 –; vom 20.12.2006 – VIII ZR 67/06 –; vom 27.01.2010 – IV ZR 129/09 –; vom 10.05.2011 – VI ZR 196/10 –; BGH, Beschluss vom 15.11.2011 – II ZR 304/09 –).

Auch ist im Rahmen der vorbezeichneten sogenannten versicherungsrechtlichen Lösung der Vermieter verpflichtet, den Gebäudeversicherer und nicht den Mieter auf Schadensausgleich in Anspruch zu nehmen, wenn

  • ein Versicherungsfall vorliegt,
  • ein Regress des Versicherers gegen den Mieter ausgeschlossen ist und
  • der Vermieter nicht ausnahmsweise ein besonderes Interesse an einem Schadensausgleich durch den Mieter hat.


Verletzt der Vermieter diese Pflicht, steht dem Mieter ein Schadensersatzanspruch aus positiver Vertragsverletzung zu, den er dem Schadensersatzanspruch des Vermieters wegen seiner Obhutspflichtverletzung gemäß § 242 BGB entgegen halten kann (BGH, Urteile vom 03.11.2004 – VIII ZR 28/04 –; vom 10.11.2006 – V ZR 62/06 –).

Der Mieter, der den Brand - und damit den Versicherungsfall - fahrlässig verursacht und damit die Zerstörung der Mietsache zu vertreten hat, bleibt gemäß § 326 Abs ...

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