OLG Nürnberg: auch bei nichtehelichen Eltern ist die gemeinsame elterliche Sorge der Regelfall

von Gerhard Kaßing
Seit einem Jahr gibt es den neuen § 1626 a BGB, der - wie zuvor schon die wegweisende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts - dem nichtehelichen Vater die Möglichkeit zur Erlangung der gemeinsamen elterlichen Sorge über das gemeinsame Kind ermöglicht. Abs. 2 dieser Vorschrift sieht vor, dass das Gericht auf Antrag die gemeinsame Sorge installiert, wenn sie dem Wohle des Kindes nicht widerspricht.

Das OLG Nürnberg ( 7 UF 1195/13 = FamRZ 2014, 571) leitet aus dieser gesetzlichen Regelung ein Regel-Ausnahme-Verhältnis zu Gunsten der gemeinsamen elterlichen Sorge ab. Daraus ergibt sich, dass der Antrag des bisher nicht sorgeberechtigten Vaters, ihm das mit Sorgerecht zu übertragen, nur abgewiesen werden kann, wenn mit erheblicher Gewissheit festgestellt werden kann, dass die gemeinsame Sorge dem Kindeswohl widersprechen würde.
Dabei hält das OLG ausdrücklich fest, dass die Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge auch in streitigen Bereichen nicht an einer problematisch verlaufenden Kommunikation zwischen den Eltern scheitere ...Zum vollständigen Artikel


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