Begriffe des Strafrechts, Teil 2: Das Adhäsionsverfahren

von Daniel Nowack

Die Welt der Juristen lebt von unzähligen Fachbegriffen. In meiner Ratgeberreihe “Begriffe des Strafrechts” werde ich, welch Überraschung, einige Grundbegriffe, mit denen man im Rahmen strafrechtlicher Probleme immer wieder rechnen muss, verständlich erläutern bzw. dies zumindest versuchen. So sollen Sie in die Lage versetzt werden, auch Fachbegriffe, die der Rechtsanwalt im Eifer des Gefechtes (oder weil er diese gar nicht mehr als Fachbegriffe wahrnimmt) nicht erläutert, zu verstehen und somit mit Ihrem Anwalt “auf einer Ebene” kommunizieren zu können.

Nachdem es in Teil 1 der Reihe um den Abschluss der Ermittlungen ging, soll es heute mit dem Adhäsionsverfahren weitergehen.

Das Adhäsionsverfahren ermöglicht dem Verletzten oder dessen Erben, im Strafverfahren zivilrechtliche Ansprüche gegen den Verletzten durchzusetzen. Die gesetzliche Regelung findet sich in den §§ 403 bis 406 StPO.

Das Adhäsionsverfahren kann auch neben der Nebenklage betrieben werden, was sich oftmals sogar empfiehlt. So kann der Verletzte seine strafrechtlichen Interessen neben den zivilrechtlichen Interessen vertreten und dies sogar in einem Verfahren, statt derer zwei betreiben zu müssen. Dies schlägt sich natürlich auch auf der Kostenebene positiv nieder.

Einen Adhäsionsantrag kann der mittelbar oder unmittelbar Geschädigte, der einen Schadensersatz- oder Schmerzensgeldanspruch aus der Tat ableiten kann, der Erbe sowie ein Insolvenzverwalter oder Testamentsvollstrecker stellen.

Der Antrag muss sich gegen den Beschuldigten richten. Er ist nicht statthaft im Verfahren gegen Jugendliche (§ 81 JGG) und gegen verhandlungsunfähige Angeklagte.

Der Antrag muss gemäß § 404 Abs. 1 StPO spätestens zum Beginn der Schlussvorträge in der Hauptverhandlung gestellt werden. Er kann (und sollte) aber natürlich auch schon weitaus früher bis hinein in das Ermittlungsverfahren gestellt werden ...

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