Tierhalter haftet auch dann wenn er seinen Hund zur vorübergehenden Betreuung in eine Hundepension gegeben hat.

von Daniela Maier

Ein Ausschluss der Tierhalterhaftung wegen Handelns auf eigene Gefahr kommt auch dann regelmäßig nicht in Betracht, wenn der Geschädigte einen Hund für mehrere Tage in seiner Hundepension aufgenommen und für diese Zeit die Beaufsichtigung des Tieres übernommen hat.

Darauf hat der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) mit Urteil vom 25.03.2014 – VI ZR 372/13 – in einem Fall hingewiesen, in dem der Betreiber einer Hundepension von einem Hund, den der Halter ihm vorübergehend zur entgeltlichen Betreuung überlassen hatte, in die Ober- und Unterlippe gebissen worden war, als er das Tier nach einem Spaziergang ableinen wollte.

§ 833 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) begründet eine Gefährdungshaftung des Tierhalters für den Fall, dass ein anderer durch das Tier in einem der in dieser Vorschrift genannten Rechtsgüter verletzt wird. Der Grund für die strenge Tierhalterhaftung liegt in dem unberechenbaren oder aber auch instinktgemäßen selbsttätigen tierischen Verhalten und der dadurch hervorgerufenen Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter, also der verwirklichten Tiergefahr (vgl. BGH, Urteil vom 20.12.2005 – VI ZR 225/04 –). Diese ist dann nicht anzunehmen, wenn keinerlei eigene Energie des Tieres an dem Geschehen beteiligt ist. Verletzungen durch Hundebisse sind danach grundsätzlich der spezifischen Tiergefahr zuzurechnen ...

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