Anwalt mit "Humpel-Killer"

von Lars Nozar

Okay okay. Wieder mal ein Update der Wahnsinnigkeiten der letzten Wochen. Es war wieder viel Stress und wieder zu wenig Zeit zum Bloggen. Aber here it is.


Oben ein Auszug aus der #Bild. Der Begriff Humpel-Killer ist so na ja. Nur weil jemand humpelt ist er doch nicht gleich der Humpel - Killer.

Jedenfalls hat der Mandant es satt gehabt, dass immer incognito die Fotos geschosssen werden. Und da hatte der Mandant gebeten wenigstens ein wenig posen zu dürfen.

Und voila. Das ist das Ergebnis.

Gesichter habe ich ein wenig gepixelt. Auch von mir. Nicht, dass ich im weltweiten Web noch getaggt werde.

Jedenfalls bekam der Mandant für den Totschlag neun Jahre. Klar, die Revision läuft.

Ich gehe davon aus, dass es eine Körperverletzung mit Todesfolge war.

Aber die Obergerichte werde es richten. Revisionsrechtliche Fehler sind jedenfalls passiert. ... Da habe ich sauber schon ab dem ersten Tag drauf geachtet.


Der Mandant hatte sich bei der Kammer des Schwurgerichts ohnehin ab dem ersten Verhandlungstag als "vorverurteilt" gesehen. ... Das mag sicherlich subjektives Empfinden sein. Aber wir hatten in dem Verfahren viele Prozessbeobachter und die waren ebenfalls einhellig der Meinung, dass schon anhand des Verhaltens der Kammer der Angeklagte seit dem ersten Tag "vorverurteilt" sei.


Das ist keine Auszeichnung für ein Gericht. Sollte doch wenigstens die Öffentlichkeit das Gefühl haben, das die Meinungsbildung erst zum Schluss der Beweisaufnahme kommt.


Nicht gut. Aber wenigstens wurde ich für meinen Einsatz in Form von Beweisanträgen gelobhudelt. Ist ja auch ok.


Man kann nur jedermann hoffen, nie in die Situation zu kommen, das man vor einer Strafkammer sitzt und den Eindruck hat "vorverurteilt" zu sein. Befangenheitsanträge werden eh abgebügelt. Das weiß jeder Strafverteidiger ...

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