Haftung des Steuerberaters für falsche oder unterlassene Hinweise bezüglich der Insolvenzreife

von Stefan Wolter

Der BGH hat sich zuletzt mehrfach mit der Haftung von Steuerberatern im Zusammenhang mit der Insolvenzreife von Unternehmen befasst. Im Kern geht es dabei um die Konkretisierung der jeweiligen Vertragspflichten des Steuerberaters.


Zunächst hat der BGH im Urteil vom 7. März 2013 festgestellt, dass das steuerberatende Dauermandat einer GmbH bei üblichem Zuschnitt keine Pflicht des Steuerberaters begründet, die Mandantin bei einer Unterdeckung in der Handelsbilanz auf die Pflicht ihres Geschäftsführers hinzuweisen, eine Überprüfung in Auftrag zu geben oder selbst vorzunehmen, ob Insolvenzreife besteht.

Im Wesentlichen geht die Prüfung der Insolvenzreife über die Grenzen des steuerrechtlichen allgemeinen Mandats hinaus. Eine Haftung besteht damit nur bei entsprechendem Auftrag (BGH v. 7. März 2013, IX ZR 64/12, DB 2013, 928). Dieser Grundsatz gilt uneingeschränkt, wenn der Berater ausschließlich mit den steuerlichen Angelegenheiten der Gesellschaft befasst ist (BGH, 6. Februar 2014, IX ZR 53/13, DB 2014, 655).


Erklärt der vertraglich lediglich mit der Erstellung der Steuerbilanz betraute Steuerberater allerdings, dass eine insolvenzrechtliche Überschuldung nicht vorliege, haftet er der Gesellschaft wegen der Folgen der dadurch bedingten verspäteten Insolvenzantragstellung ...

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